Ist das denn so üblich, dass sich erst Verlage bei dir melden und dich dann ghosten? Oder du wochenlang keine Antworten bekommst (in einem bestehenden Mailthread)?
Ist das denn so üblich, dass sich erst Verlage bei dir melden und dich dann ghosten? Oder du wochenlang keine Antworten bekommst (in einem bestehenden Mailthread)?
Bisher habe ich u.a. über Anastasius Rosenstengel und Romaine-la-Prophetésse gelesen, mit einer wohltuenden Mischung aus historischer Erzählung und heutigem queeren Blick, schön geschrieben! Und gib's zu, die beiden hast du vor allem wegen ihres Namens ausgewählt 🤭. Lesenswert!
In lockerem Tonfall erzählt Kuku Schrapnell in ihrem Buch über tin* Personen aus der Geschichte, sehr explizit auch jenseits unseres westlichen Blicks auf die Welt.
Foto des Buchcovers "Gender Punks", mit einem blaßlila Hintergrund und einem trans Symbol als Kombination des männlichen Symbols mit Pfeil nach oben und weiblichen Symbols mit Kreuz unten. Das Buch steht vor anderen Büchern im Buchladen.
Ganz neue, insbesondere druckfrische Bücher finden bei mir ja eher selten statt, aber das ganz frisch erschienene Buch »Gender Punks« von Kuku Schrapnell aus dem @verbrecherverlag.bsky.social fand jetzt doch rasch seinen Weg zu mir.
Weiterführende Lektüre:
Wolfert, Raimund. Charlotte Charlaque. Transfrau, Laienschauspielerin, »Königin der Brooklyn Heights Promenade«. Hentrich & Hentrich, 2021. www.hentrichhentrich.de/buch-charlot...
- 1933 zusammen mit Dora Richter und Toni Ebel kurzer Auftritt im Film »Mysterium des Geschlechts«
- 1955 Beitrag in Zeitschrift »One« mit Angaben zu Zeitgenossinnen
- Seit einigen Jahren biographische Forschung und Gedenken
- 1929 bis 1931: Mehrere geschlechtsangleichende Operationen in Berlin
- 1934: Zusammen mit Toni Ebel Flucht vor den Nazis in die Tschechoslowakei (Karlsbad, Brünn, Prag)
- 1942: Verhaftet und interniert, Toni Ebel verhilft ihr zur Ausreise in die USA
- Lebt bis zu ihrem Tod 1963 in New York
Lebensstationen:
- 1892: In deutsch-jüdischer Familie in Berlin geboren, Eltern ziehen später in die USA, dort Ausbildung zur Violinistin
- 1922: Rückkehr nach Deutschland, spätestens ab 1929 am Institut für Sexualwissenschaft bei Magnus Hirschfeld beschäftigt
Kachel mit Foto von Charlotte Charlaque (1892-1963)
Kurz vor Tagesende noch ein Beitrag zur trans* Pionierin Charlotte Charlaque, an ihrem 63. Todestag.
#onthisday
Zahlreiche Texte erhalten, u.a. in
- “Die Freundin” (1931/32),
- “Das 3. Geschlecht” (1932),
- “Kunden-Mitteilungen” (1933–1937)
Mehr? Hier reinhören:
de: cultures-of-remembrance.com/de/briefe-na...
en: cultures-of-remembrance.com/en/exhibitio...
Leben als trans* "Aktivistin”:
- Parallel zum bürgerlichen männlichen Leben auch in weiblicher Rolle
- Lebt (spätestens) im Ruhestand offen in weiblicher Rolle, mit Einverständnis der Ehefrau, im Dorf bekannt
- Ab 1932 (nachweislich) publizistisch in trans* Community-Zeitschriften aktiv
- Beruflich als Lehrer, später Schuldirektor, Bibliothekar, Heimatforscher v.a. in Tetschen (heute Děčín) aktiv
- Ab 1935 Ruhestand, wieder in Nieder Krupai, bis zur Vertreibung ca. 1946
- 1947: Tod in Methau (Mittelsachsen)
Bürgerliches Leben:
- 1872: Geburt in Nieder Krupai bei Jungbunzlau (heute Mladá Boleslav) in Böhmen, damals Österreich-Ungarn
- 1891: Abschluss am Lehrerinstitut
- 1896: Hochzeit, später vier Kinder
- 1914–1919: Offizier im 1. Weltkrieg, 1918 in russischer Kriegsgefangenschaft (nicht gesichert)
Kachel zu Emi Wolters (1872-1947) mit zwei kurzen Ausschnitten aus Artikeln
Heute vor 154 Jahren wurde Emi Wolters geboren, die ein bürgerliches Leben in männlicher Rolle lebte, aber privat zunehmend in weiblicher Rolle. In den 1930er Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Texte in damaligen Community-Zeitschriften.
#onthisday
Endlich habe ich es geschafft, meine Erkenntnisse und Gedanken aufzuschreiben. Da es noch so viele Lücken und Fragen gibt, bleibt der Text zunächst nur eine biographische Annäherung.
Danke an @tobiaswieland.bsky.social für die zauberhafte Illustration!
Noch ein neuer Text! Über W. Heinrich habe auch schon öfter erzählt und in Vorträgen gesprochen. W. Heinrich war eine (vermutlich) transweibliche Person, deren Leben sich vor allem in Frankfurt a.M. und später in Hamburg (bzw. möglicherweise auf See) abspielte.
lili-elbe.de/blog/2026/01...
Vor allem vielleicht die Leute fragen, die kommen. Ansonsten möglicherweise Ausflüge, Themenabende, Vorträge. Aber ich weiß es auch nicht wirklich.
Für Hertha Wind, zu der ich schon viel recherchiert und die ich in Vorträgen vorgestellt habe, gibt es jetzt einen Wikipedia-Artikel. Da ihr "Fall" immer wieder Gegenstand wiss. Interesses wurde, halte ich ihren Eintrag für relevant.
Gern ergänzen und korrigieren!
de.wikipedia.org/wiki/Hertha_...
Dora schaut sich den Film im Kino an und zieht kurz danach nach Berlin, wo sie nach vielen Jahren des Herumirrens ihre Transition beginnt (erste Operation bereits im Mai 1923!). In Berlin wird sie die nächsten 10 Jahre bleiben.
Auch für Dora Richter (mit deren Leben ich mich intensiv beschäftigt habe) war der Film wegweisend!
Sie lernt im Februar 1923 einen jungen Mann kennen, der sie für einen »Zwitter« hält.
Er weist Dora auf den Film hin, und sagt, dass ihr solch eine Operation vielleicht helfen könne.
Der Film mit aufklärerischem Anspruch erschien 1923, aus heutiger Sicht hat er viele problematische Aspekte.
Leider kenne ich keine echte Möglichkeit, sich den Film tatsächlich anzuschauen.
Bild eines Medikamentenfläschchens mit der kaum noch lesbaren Aufschrift "Progynon"
Die Steinach-Operation zur Verjüngung war in den 1920ern durchaus populär (so soll sich ihr z.B. Sigmund Freud unterzogen haben).
Steinach hatte später auch maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Hormonpräparats »Progynon«.
Wie immer ein paar verkürzte Informationen:
Eugen Steinach (1861–1944), Pionier der Sexualwiss. in Wien, forschte zu Geschlechtshormonen, v.a. Tierversuche an Ratten.
Er führt Experimente zur Verjüngung durch, später angebliche »Heilung« von Homosexualität, sowie Anwendung für trans* Personen.
Kachel mit damaliger Werbung für den Film in einer Zeitungsannonce aus der Zeitung "Vorwärts" vom 16. Januar 1923
Heute vor 103 Jahren wurde der »Steinach-Film« uraufgeführt. Er thematisierte hormonelle Einflüsse und Behandlungsmöglichkeiten, die dann auch für trans* Personen interessant wurde. Natürlich im damaligen zeithistorischen Kontext, aus heutiger Sicht ist der Film nur schwer zu ertragen.
#onthisday
Seit den 1950ern aktive Arbeit in den USA zum Thema Trans*
Veröffentlicht 1966 das Pionierwerk »The Transsexual Phenomenon«: Erstes Buch seit Hirschfeld (1910!) zu diesem Thema und für lange Zeit Standardwerk
Eröffnet dann Arztpraxis in New York, interessiert sich u.a. für Hormone und Verjüngungsforschung
Lernt bereits 1907 Magnus Hirschfeld in Berlin kennen
Kontakte bleiben bestehen: In den 1920ern aktiv in Weltliga für Sexualreform und bei Veranstaltungen des Instituts für Sexualwissenschaft
Seine Lebensstationen:
1885: Geburt in Berlin
1912: Promotion in Tübingen zu Tuberkulose
Geht 1913 für Tuberkulose-Forschung in die USA
1914: Wegen Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Deutscher inhaftiert, muss in den USA bleiben
Kachel mit Abbildung des Buchcovers "The Transsexual Phenomenon"
Heute vor 141 Jahren wurde Harry Benjamin (1885–1986) in Berlin geboren. Sein Buch »The Transsexual Phenomenon« von 1966 war ein Pionierwerk und wurde für die Jahrzehnte danach ein Grundlagenwerk.
#onthisday
Ein Film von cis Menschen für cis Menschen über ihr cis Bild von Trans*!
Der Film ist schön anzuschauen, aber der Inhalt ist problematisch.
Weiterlesen: letterboxd.com/fuchsiadyke/...
Weiterhören: Podcast »Second Unit«, Folge 340 secondunit-podcast.de/second-unit-... (ich war selbst zu Gast)
- Trans* wird als Performance, als Fetisch und als Krankheit inszeniert
- Reduktion von Geschlecht auf die körperliche Ebene (Genitalien & Operation)
- Heteronormatives Glätten/Auslöschen (War Gerda vielleicht lesbisch/bi? War Lili vielleicht inter*?)