Vorsichtig vor sich hin lieben.
Vorsichtig vor sich hin lieben.
Aber tatsächlich sind Erschöpfungszustände eigentlich die einzigen Zustände, in denen ich mich verliebe. Oder sowas ähnliches halt.
Erschöpfungszustände sind kein guter Ausgangspunkt, um sich zu verlieben.
Im Traum lieb ich D. sehr erwachsen und ohne kindliche Ängstlichkeiten.
Im ersten Traum küssen wir uns (überhaupt ein sehr naher Traum). Der zweite Traum ist vorsichtiger: ich warnte mich ja im Aufwachen zwischen den Träumen.
In der Nacht liebe ich D., in beiden Träumen.
Liebe lieber als vage Option denken.
Kurz möchte ich G. schreiben, aber dann schreib ich doch lieber ins Internet; besser so.
Ex-Freunde ins Archiv schieben.
Niemand ruft in mir mehr Abwehr hervor als Exfreunde. Freunde bleiben ist einfach echt nicht so meins.
Lieben wollen, und nicht wissen, wen.
Kurz denke ich, dass ich E. gern mal gut genug kennenlernen würde, um die Projektionen hinter mir zu lassen; aber dann denk ich dran, wie weh das tut, immer. Vielleicht behalt ich sie einfach, nur dieses eine Mal.
Verfügbares suchen ist einfach nicht so meins.
G. traf ich schon. Das war so mittel. E. treff ich noch. Wie wird das?
Vier Tage ohne Überarbeitung, und ich kann mir das wieder vorstellen: mit Menschen in Beziehung gehen.
Wie schnell hast Du das erfahren! sagt B. misstrauisch, und ich beruhige sie: "Zufall. Oft höre ich monatelang nichts.", und nur kurz frage ich mich, ob das im Ernst noch immer mein Job ist: B. sagen, wie harmlos alles ist, an allererster Stelle ich.
Und ich hatte wirklich, wirklich viele dieser Parties, und nur wirklich, wirklich wenige davon waren wirklich gut, und irgendwie bin ich jetzt froh, dass ich nicht kann, und nicht aus lauter FOMO irgendwas tue, das mich am Ende irgendwohin zurückwirft, wo ich wirklich nicht mehr sein mag.
L. will mit mir die Jugend von einst zelebrieren, und ich möchte nicht, denn anders als L.s Jugend war mein Teil der gemeinsamen Jugend gar nicht soo schrecklich schön.
G. verlor seinen Vater, früh, und G. wollte mich nicht gehen lassen, auch nicht für eine Weile, "wegen der Sache mit meinem Vater", sagte er, und ich dachte es immer, es sei, weil G. Angst hatte, früh zu sterben wie sein Vater, aber das war es gar nicht.
G. dachte, ich könnte sterben.
Gelegentlich noch "Wer hilt mir nur?" denken, aber wenigstens fällt es mir schnell wieder ein: Ich. Ich mache das.
"Schade, dass wir so wenig voneinander hören", sagt der Mann, der sich nie meldet, und schickt Arbeit mit; viel Arbeit. Viele Fragen, die meisten kann ich nicht beantworten, und das sagte ich ihm schon. Mehrfach.
Energievampire, alle männlich.
Noch jede Situation, die ich aufschrieb, weil sie an mir nagte, wurde irgendwann zu etwas, das ich später lesen kann: mit Interesse. Ohne Schmerz. Manchmal, ganz manchmal mit Selbstmitgefühl.
Überprüfungsannäherung, so fühlt es sich an. "Darf ich Dir noch so nahkommen? Darf ich Dich noch anfassen?" Ah, prima, geklärt. Na dann.
Vielleicht fand ich es zu normal, dieses Treffen, und zu nah an dem, was wir schon hatten und verwarfen.
Ich mag mich, wenn ich mich lese; vielleicht lieber, als in Wirklichkeit (aber in Wirklichkeit schon auch).
Sich wiederlesen können tröstet.
Mich nicht geliebt zu fühlen, macht mich unglücklich. Zu fühlen, dass ich nicht mehr liebe, macht mich leer. Lieber wär ich unglücklich, wieder.
Treffen, die mich nicht glücklicher machen.
Wir fassen uns wieder an, und wir berühren uns nicht mehr so richtig, und so geht es, eigentlich.
Dann denke ich, dass diese seltenen Treffen mit G. vielleicht nur deshalb alle gutgingen, weil ich mich feite, und gerade hör ich damit auf, und das ist nicht klug, wirklich gar nicht.