Hier im Artikel der Historikerin Andrea Rottmann über Hilde Radusch findet sich auch etwas über Gerhard Jurr, teils "Jure" genannt; daher wohl auch die Falschschreibung "Jurre" oben im Artikel. Früher lief's auch nicht fehlerfrei, war nicht alles besser. www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/bereic...
10.03.2026 09:46
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(...)
Im Verwaltungsbezirk Berlin-Schöneberg hat die amerikanische Militärregierung eine sorgfältig geplante Verschwörung aufgedeckt. Zwölf Deutsche, mit einer einzigen Ausnahme städtische Beamte, wurden verhaftet, weil sie es sich zum Ziel gesetzt hatten, sich im Verwaltungsbezirk Berlin-Schöneberg die Macht zu verschaffen. Sie benutzten die Kommunistische Partei als Mittel zum Zweck. Sie versuchten, Beamte in Schlüssel-Stellungen einzuschüchtern und zu veranlassen, die Anordnungen der Militärregierung zu umgehen. Sie hatten die Absicht, mit diesem Mittel die Verwaltung dieses großen Berliner Bezirks unter eigene Kontrolle zu nehmen.
Alle Verhafteten sind Mitglieder der Kommunistischen Partei; als ihr Anführer gilt Gerhard Jurre (sic), der Bezirksleiter der KPD in Schöneberg. Er gab an alle Kommunisten in Beamtenstellungen die Instruktion, sich der verantwortlichen Stellen zu bemächtigen. Die amerikanischen Behörden haben ein von ihm verfaßtes Dokument in der Hand, das an den Personalchef des Bezirks, Wilhel m Kammeier , an Bürgermeister und andere Beamte gerichtet war und sie aufforderte, nur seinen Befehlen Folge zu leisten und keine personellen oder politischen Entscheidungen zu treffen, bevor die Genehmigung der Partei vorlag. Diese Genehmigung der Partei gab Jurre. Neben Jurre ist der Personalchef Kammeier verhaftet worden. Weiter wurden verhaftet: Kneifel, Mitglied des Betriebsausschusses für Arbeiter und Angestellte, Hupe, Gartendirektor, Müller-Deibicht, Leiter der Abteilung für Industrie, Schleicher, Referent beim Wohnungsamt, Behrens, Leiter des Lohn- und Gehaltsbüros, Strähnz, Leiter der Botenmeisterei, und Hübscher, Leiter des Ordnungsdienstes. Die Namen der anderen Verhafteten wurden noch nicht bekanntgegeben. In allen Fällen handelt es sich um Beamte, die.der amerikanischen Militärregierung und nicht einer Partei verantwortlich sind. In ihrer Stellung waren sie von der Zustimmung der Militärregierung abhängig. (...)
Verschwörung in Schöneberg, mit Gartendirektor und Botenmeister. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel
10.03.2026 09:39
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Von links: Martin Koers, Co-Gedenkstättenleiter, Anne Weininger-Lepper, Repräsentantin Yad Vashem und Jacqueline Meurisch, Gedenkstätten-Pädagogin Gedenkstätte Esterwegen
Anfang März konnten wir Anne Weininger-Lepper, Repräsentantin der Sektion Deutschsprachige Länder der Gedenkstätte Yad Vashem und Bildungsreferentin beim Freundeskreis Yad Vashem, in der Gedenkstätte Esterwegen begrüßen.
@yadvashem.bsky.social
11.03.2026 11:00
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Berlin, 9. März (DANA)
Die für Sonntag, den 31. März, vorgesehene Urabstimmung über die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien bleibt nach einer Mitteilung des Zentralausschusses der Sozialdemokratischen Partei auf die SPD von Groß-Berlin beschränkt, da sich die Bezirksleitungen und Funktionäre der russischen Besetzungszone bereits für die Verschmelzung ausgesprochen hätten.
Die Urabstimmung In Berlin soll sich nur auf die Frage erstrecken, ob die Parteimitglieder für eine Vereinigung sind oder nicht. Die von den Funktionären der SPD geforderte Fragestellung nach einem Bündnis der beiden Parteien entfällt.
Jetzt wird's ernst. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
10.03.2026 14:39
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Und vorab hier schon mal ein Ausflug zum „Dreiländereck“ am Landwehrkanal – an der Grenze von Neukölln, Kreuzberg und Treptow treffen Erinnerungen und Zukunftsvisionen aufeinander: vom Mauerweg über Kriegsspuren bis zu Ideen für ein grünes, bewohnbares Wasser. Unser Kollege Markus Hesselmann hat sich dort umgesehen, seine Geschichte finden Sie hier (verlinkt).
„Dreiländereck“ heute auch im Checkpoint, dem „Weckdienst für die grauen Zellen“ (klassischer Tagesspiegel-Werbespruch, den Giovanni di Lorenzo seinerzeit gleich mal fröhlich dekonstruiert hat): checkpoint.tagesspiegel.de/newsletter/4...
11.03.2026 07:08
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Das deutsche Volk sei so arm, daß es sich weder den Luxus von Kapitalgewinnen und Bodenrenten, noch von Religions- und Kulturkämpfen leisten könne. Die SPD fordere daher für die Kinder die echte Gemeinschaftsschule, in der auch die Religion gemäß dem Willen der Eltern ihren Platz haben soll. Sie reiche der vom Nationalsozialismus verführten Jugend die Hand. Heute schon habe die SPD mehr Mitglieder als alle anderen Parteien zusammen. Sie sehne daher die Wahlen herbei, die Deutschland von der Politik der Hintertreppe erlösen werde. Es sei unwahr, daß der Osten heute den Sozialismus und der Westen den Kapitalismus verkörpere. ,,Wir wollen eine Politik der Unabhängigkeit, der Demokratie und des Friedens. Für dieses Ziel brauchen wir eine unabhängige, selbständige SPD", hob Schumacher hervor. Die SPD fordere ein einheitliches Deutschland im Rahmen der europäischen Notwendigkeiten. Nicht im Nationalismus, sondern nur in der Internationalität Hege die Möglichkeit zur Rettung Deutschlands.
Kurt Schumacher gegen Kulturkampf, Nationalismus und "Politik der Hintertreppe". @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
08.03.2026 10:02
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Berlin, 9. März (DANA)
Die für Sonntag, den 31. März, vorgesehene Urabstimmung über die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien bleibt nach einer Mitteilung des Zentralausschusses der Sozialdemokratischen Partei auf die SPD von Groß-Berlin beschränkt, da sich die Bezirksleitungen und Funktionäre der russischen Besetzungszone bereits für die Verschmelzung ausgesprochen hätten.
Die Urabstimmung In Berlin soll sich nur auf die Frage erstrecken, ob die Parteimitglieder für eine Vereinigung sind oder nicht. Die von den Funktionären der SPD geforderte Fragestellung nach einem Bündnis der beiden Parteien entfällt.
Jetzt wird's ernst. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
10.03.2026 14:39
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Die übernationale Gemeinschaftsgesinnung, welche die Voraussetzung jeder wirksamen völkerrechtlichen Friedensarbeit ist, kann allein erreicht werden, wenn man ausgeht von den ihrem Wesen nach übernationalen Mächten, Wissenschaft und Kunst, Religion und Recht, schließlich — was ein besonderes Kapitel wäre — Wirtschaft, von der Seite sowohl des Kapitals wie der Arbeit. Man mag fragen, warum trotz des übernationalen Charakters der ihnen anvertrauten Werte die „Intellektuellen" bisher so wenig übernationales Bewußtsein gezeigt, vielmehr gerade als erste jeder nationalistischen Psychose anheimfielen. Aber der menschliche Geist ist im Durchschnitt anlehnungsbedürftig, nicht mutig genüg, als einzelner seinen Weg zu finden, angewiesen auf führende Menschen und Verbände, an denen er sich orientieren kann. Die übernationalen Kulturwerte können nur dann zu Ausgangspunkten eines übernationalen Gemeinschaftsbewußtseins werden, wenn sie in einem Stabe hervorragender Vertreter der Kultur, und zwar gerade ihrer übernationalen Sendung, persönliche und soziologische Gestalt- annehmen. Es muß Menschen geben, die bereit sind, soweit der Wille darüber etwas vermag, aus den Grenzen des Nationalen herauszutreten und mit allem, was in ihrem Bewußtsein ist, dem Uebernationalen zu dienen. Nicht bloße Zweckmäßigkeiten internationaler „intellektueller Zusammenarbeit" bilden ihre Aufgabe, sie sollen vielmehr in ihrer Person und in ihrer Arbeit das ganze übernationale Pathos des ihnen anvertrauten Kulturgebiets eindrucksvoll darstellen. Wem aber solches Herauswachsen einzelner großer Menschen aus dem Schöße'der Nation in die Welt übernationaler Werte abstoßend oder gar empörend erscheinen möchte, der mag sich klar darüber sein, daß er damit die erste Voraussetzung jeder völkerrechtlichen Weiterentwicklung verneint. (...)
"Man mag fragen, warum trotz des übernationalen Charakters der ihnen anvertrauten Werte die ,Intellektuellen' bisher so wenig übernationales Bewußtsein gezeigt, vielmehr gerade als erste jeder nationalistischen Psychose anheimfielen." Gustav Radbruch im @tagesspiegel.de #OTD 1946. #Tagesspiegel80
10.03.2026 11:54
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Hier im Artikel der Historikerin Andrea Rottmann über Hilde Radusch findet sich auch etwas über Gerhard Jurr, teils "Jure" genannt; daher wohl auch die Falschschreibung "Jurre" oben im Artikel. Früher lief's auch nicht fehlerfrei, war nicht alles besser. www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/bereic...
10.03.2026 09:46
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Im Verwaltungsbezirk Berlin-Schöneberg hat die amerikanische Militärregierung eine sorgfältig geplante Verschwörung aufgedeckt. Zwölf Deutsche, mit einer einzigen Ausnahme städtische Beamte, wurden verhaftet, weil sie es sich zum Ziel gesetzt hatten, sich im Verwaltungsbezirk Berlin-Schöneberg die Macht zu verschaffen. Sie benutzten die Kommunistische Partei als Mittel zum Zweck. Sie versuchten, Beamte in Schlüssel-Stellungen einzuschüchtern und zu veranlassen, die Anordnungen der Militärregierung zu umgehen. Sie hatten die Absicht, mit diesem Mittel die Verwaltung dieses großen Berliner Bezirks unter eigene Kontrolle zu nehmen.
Alle Verhafteten sind Mitglieder der Kommunistischen Partei; als ihr Anführer gilt Gerhard Jurre (sic), der Bezirksleiter der KPD in Schöneberg. Er gab an alle Kommunisten in Beamtenstellungen die Instruktion, sich der verantwortlichen Stellen zu bemächtigen. Die amerikanischen Behörden haben ein von ihm verfaßtes Dokument in der Hand, das an den Personalchef des Bezirks, Wilhel m Kammeier , an Bürgermeister und andere Beamte gerichtet war und sie aufforderte, nur seinen Befehlen Folge zu leisten und keine personellen oder politischen Entscheidungen zu treffen, bevor die Genehmigung der Partei vorlag. Diese Genehmigung der Partei gab Jurre. Neben Jurre ist der Personalchef Kammeier verhaftet worden. Weiter wurden verhaftet: Kneifel, Mitglied des Betriebsausschusses für Arbeiter und Angestellte, Hupe, Gartendirektor, Müller-Deibicht, Leiter der Abteilung für Industrie, Schleicher, Referent beim Wohnungsamt, Behrens, Leiter des Lohn- und Gehaltsbüros, Strähnz, Leiter der Botenmeisterei, und Hübscher, Leiter des Ordnungsdienstes. Die Namen der anderen Verhafteten wurden noch nicht bekanntgegeben. In allen Fällen handelt es sich um Beamte, die.der amerikanischen Militärregierung und nicht einer Partei verantwortlich sind. In ihrer Stellung waren sie von der Zustimmung der Militärregierung abhängig. (...)
Verschwörung in Schöneberg, mit Gartendirektor und Botenmeister. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel
10.03.2026 09:39
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Spannungsreiche Tage
in Nürnberg
BU 1: IM ZEUGENSTAND VOR DER WELTÖFFENTLICHKEIT
Feldmarschall Paulus, der ehemalige Befehlshaber der 6. Armee, der in Stalingrad in Gefangenschaft geriet. Aus einem Sonderlager in der Nähe von Moskau hatte ihn der russische Anklagevertreter nach Nürnberg bringen lassen.
BU 2: VOR BEGINN DER SITZUNG
v. Schirach, v. Ribbentrop, Sauckel und Keitel erschreckend bedeutungslos: vor altem das Gesicht Sauckels (mit Brille), der Millionen europäischer Menschen aus ihrer Umwelt herausriß, um sie als Sklavenarbeiter in die Hitlersche Kriegsmaschine einzuspannen.
BU 3: FRAGE- UND ANTWORTSPIEL VON DER ANKLAGEBANK AUS
Göring, Heß und v. Ribbentrop in einer Verhandlungspause im Gespräch mit ihren Anwälten. Unzweifelhaft geht der Prozeß seinem Höhepunkt entgegen und ebenso unzweifelhaft werden die Angeklagten nervöser. Das Gesicht Görings verrät nichts mehr von pfauenhafter Eitelkeit, nichts mehr von der unechten Würde des „Reichsmarschalls".
BU 4: ALS GÄSTE IM AUDITORIUM
zeigt dieses Bild Vertreter der Gewerkschaften, die auf einer Studienreise durch Deutschland im Auftrage des Internationalen Gewerkschaftsbundes auch an dem Prozeß in Nürnberg teilnahmen. Von links nach rechts: Sidney Hillman (Nordamerika), Ebby Edwards (Großbritannien) und Mr. Kuypers (Niederlande). Aufnahmen: DANA
Bilder aus Nürnberg. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 17:40
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#Recherchetagebuch
Beim "Stochern im Nebel" ist die Veröffentlichung d. Kartei wirklich hilfreich.
Überlebende von NS-Verbrechen erinnern sich häufig nur vage an Namen von Täter*innen - so wie an "Kinnemann", einen der schlimmsten Mörder bei der #HASAG, über den man kaum etwas weiß. Hier ist er nun.
10.03.2026 08:43
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Bodenschatz meint, Göring sei gegen die Vorgänge vom November 1938 gewesen, aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft und wegen der Wirkung auf das Ausland. Sonst hatte er also keine Einwände? Und die Milliarde, die er den Juden als Kontribution für den von ihnen nicht verschuldeten und von ihnen nicht begangenen Mord an Herrn vom Rath auferlegte, — geschah das auch wegen der Wirkung auf das Ausland? Oder weil es wirtschaftlich vernünftig war?
... und die Einordnung von Walther Karsch. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 17:31
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In der Freitag-Vormittags-Sitzung des Nürnberger Prozesses begann die Verteidigung mit ihrer Beweisführung. Als erster Anwalt suchte Dr. Otto Sthamer, der Verteidiger des Angeklagten Göring, die gegen seinen Mandanten erhobenen Anschuldigungen zu entkräften.
Als ersten Entlastungszeugen der Verteidigung und des Angeklagten Göring führte Dr. Sthamer sodann den ehemaligen Adjutanten Görings, den General der Flieger Bodenschatz vor.
Bodenschatz sagte aus, daß Göring „seiner ganzen inneren Einstellung und Wesensart entsprechend" nie für den Krieg gewesen sei. Er habe auch seit dem Frühjahr 1943, als die schweren Angriffe der englischen Luftwaffe gegen Deutschland begannen, keinerlei Einfluß mehr auf den „Führer" gehabt.
Der ehemalige Fliegergeneral, der im grauen Zivilanzug in den Zeugenstand trat und seine Aussagen von einem umfangreichen Manuskript ablas, wurde bei dem Attentat vom 20. Juli 1944'schwer verwundet, als er Verbindungsoffizier zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Hauptquartier war.
Auf die Frage des Verteidigers von Göring, Dr. Sthamer, was der Zeuge über die Verhaftung Göring s wisse, antwortete Bodenschatz, daß er nicht zugegen gewesen sei. Man habe ihm aber erzählt, Göring hätte im Frühjahr 1945 an den „Führer" (wie Bodenschatz Hitler immer noch bezeichnet) ein Telegramm geschickt In dem er erklärte, da der „Führer" keine Handlungsfreiheit mehr habe, werde er, Göring, nun handeln. Er sei daraufhin durch ein SS-Kommando auf dem Obersalzberg verhaftet worden.
Ueber die Judenpogrome im November 1938 habe Göring nichts im voraus gewußt, erklärte der Zeuge weiter, vielmehr sei er, als er von den Vorkommnissen erfuhr, „sehr bestürzt" gewesen, er habe die Vorfälle sehr verurteilt und sich sogar bei Hitler darüber beschwert.
(...)
Göring „sehr bestürzt". @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 16:24
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9.3.1934 Sondergericht für das Land Sachsen in Dresden verurteilt 9 Angeklagte zu mehrjährigen Zuchthausstrafen wg. Fortführung der verbotenen SPD. Die Angeklagten hatten u.a. in Prag herausgegebene SPD-Exilzeitung, den "Neuen Vorwärts", ins Deutsche Reich eingeführt u. vertrieben.
#OTD #Geschichte
09.03.2026 10:11
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Doppelseite mit dem oben im Thread verlinkten Online-Artikel „Stadtgeschichte mit Wasserblick“ über das „Dreiländereck“ Treptow/Neukölln/Kreuzberg.
„Stadtgeschichte mit Wasserblick“ jetzt auch im E-Paper/gedruckt (Ausgabe Dienstag, 10. April 2026).
09.03.2026 19:24
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Spannungsreiche Tage
in Nürnberg
BU 1: IM ZEUGENSTAND VOR DER WELTÖFFENTLICHKEIT
Feldmarschall Paulus, der ehemalige Befehlshaber der 6. Armee, der in Stalingrad in Gefangenschaft geriet. Aus einem Sonderlager in der Nähe von Moskau hatte ihn der russische Anklagevertreter nach Nürnberg bringen lassen.
BU 2: VOR BEGINN DER SITZUNG
v. Schirach, v. Ribbentrop, Sauckel und Keitel erschreckend bedeutungslos: vor altem das Gesicht Sauckels (mit Brille), der Millionen europäischer Menschen aus ihrer Umwelt herausriß, um sie als Sklavenarbeiter in die Hitlersche Kriegsmaschine einzuspannen.
BU 3: FRAGE- UND ANTWORTSPIEL VON DER ANKLAGEBANK AUS
Göring, Heß und v. Ribbentrop in einer Verhandlungspause im Gespräch mit ihren Anwälten. Unzweifelhaft geht der Prozeß seinem Höhepunkt entgegen und ebenso unzweifelhaft werden die Angeklagten nervöser. Das Gesicht Görings verrät nichts mehr von pfauenhafter Eitelkeit, nichts mehr von der unechten Würde des „Reichsmarschalls".
BU 4: ALS GÄSTE IM AUDITORIUM
zeigt dieses Bild Vertreter der Gewerkschaften, die auf einer Studienreise durch Deutschland im Auftrage des Internationalen Gewerkschaftsbundes auch an dem Prozeß in Nürnberg teilnahmen. Von links nach rechts: Sidney Hillman (Nordamerika), Ebby Edwards (Großbritannien) und Mr. Kuypers (Niederlande). Aufnahmen: DANA
Bilder aus Nürnberg. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 17:40
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Bodenschatz meint, Göring sei gegen die Vorgänge vom November 1938 gewesen, aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft und wegen der Wirkung auf das Ausland. Sonst hatte er also keine Einwände? Und die Milliarde, die er den Juden als Kontribution für den von ihnen nicht verschuldeten und von ihnen nicht begangenen Mord an Herrn vom Rath auferlegte, — geschah das auch wegen der Wirkung auf das Ausland? Oder weil es wirtschaftlich vernünftig war?
... und die Einordnung von Walther Karsch. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 17:31
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Richtigstellung
In der DANA-Meldung, die im „Tagesspiegel" vom 10. Februar unter der Ueberschrift „Stalins Wahlrede" enthalten war, ist infolge eines Uebertragungsfehlers eine Stelle der Rede Stalins unrichtig wiedergegeben worden. Stalin sprach nicht von den kapitalistischen, sondern von den faschistischen Ländern. Er sagte: „Die faschistischen Länder hatten, ehe sie andere Völker angriffen, in ihren eigenen Ländern jede Spur bürgerlich-demokratischer Freiheiten zerstört."
Übertragungsfehler. @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 17:01
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In der Freitag-Vormittags-Sitzung des Nürnberger Prozesses begann die Verteidigung mit ihrer Beweisführung. Als erster Anwalt suchte Dr. Otto Sthamer, der Verteidiger des Angeklagten Göring, die gegen seinen Mandanten erhobenen Anschuldigungen zu entkräften.
Als ersten Entlastungszeugen der Verteidigung und des Angeklagten Göring führte Dr. Sthamer sodann den ehemaligen Adjutanten Görings, den General der Flieger Bodenschatz vor.
Bodenschatz sagte aus, daß Göring „seiner ganzen inneren Einstellung und Wesensart entsprechend" nie für den Krieg gewesen sei. Er habe auch seit dem Frühjahr 1943, als die schweren Angriffe der englischen Luftwaffe gegen Deutschland begannen, keinerlei Einfluß mehr auf den „Führer" gehabt.
Der ehemalige Fliegergeneral, der im grauen Zivilanzug in den Zeugenstand trat und seine Aussagen von einem umfangreichen Manuskript ablas, wurde bei dem Attentat vom 20. Juli 1944'schwer verwundet, als er Verbindungsoffizier zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Hauptquartier war.
Auf die Frage des Verteidigers von Göring, Dr. Sthamer, was der Zeuge über die Verhaftung Göring s wisse, antwortete Bodenschatz, daß er nicht zugegen gewesen sei. Man habe ihm aber erzählt, Göring hätte im Frühjahr 1945 an den „Führer" (wie Bodenschatz Hitler immer noch bezeichnet) ein Telegramm geschickt In dem er erklärte, da der „Führer" keine Handlungsfreiheit mehr habe, werde er, Göring, nun handeln. Er sei daraufhin durch ein SS-Kommando auf dem Obersalzberg verhaftet worden.
Ueber die Judenpogrome im November 1938 habe Göring nichts im voraus gewußt, erklärte der Zeuge weiter, vielmehr sei er, als er von den Vorkommnissen erfuhr, „sehr bestürzt" gewesen, er habe die Vorfälle sehr verurteilt und sich sogar bei Hitler darüber beschwert.
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Göring „sehr bestürzt". @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
09.03.2026 16:24
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Bei strahlendem Sonnenschein haben wir heute auf dem Otto-Weidt-Platz in Berlin-Mitte eine Gedenktafel eingeweiht. Während des 2. Weltkriegs beschäftigte #OttoWeidt hauptsächlich blinde, seh- oder hörbehinderte Jüdinnen u. Juden, um sie vor Verfolgung u. Deportation zu schützen: t1p.de/dto0m
09.03.2026 15:33
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Nächste Woche – Freitag, den 20. März – in #Aachen: Recherche-Workshop zum Nationalsozialismus in der eigenen Familie. ⬇️
09.03.2026 15:50
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"Sicher drin" ist schon recht traurig für die #Sozialdemokratie.
#FDP-Vibes im WBH.
#LTW #BW
08.03.2026 17:11
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Meine gute, alte SPD. Was ist aus dir geworden?
08.03.2026 18:51
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Wichtiger Punkt!
08.03.2026 16:31
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Georg Ledebour 96 Jahre
Berlin, 7. März (DANA)
Einer der ältesten Vorkämpfer der deutschen Demokratie, der frühere Reichstagsabgeordnete Georg Ledebour, feierte am 7. März in der Nähe von Bern seinen 96. Geburtstag. Als Mitkämpfer August Bebels und Wilhelm Liebknechts war er ein unversöhnlicher Gegner des preußischen Militärismus. 1918 wurde er in den Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte gewählt und gehörte bis 1924 dem Deutschen Reichstag an. Um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen, begab sich Ledebour in die Schweiz.
"Als Mitkämpfer August Bebels und Wilhelm Liebknechts war er ein unversöhnlicher Gegner des preußischen Militärismus." @tagesspiegel.de #OTD 1946 #Tagesspiegel80
08.03.2026 10:17
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