Screenshot Headline aus der Krone. "Pikante Details. Wie TV-Seifenoper: Warum ORF-General zurücktritt"
So ist eben Krone-Journalismus.
Mutmaßliche Übergriffe auf eine Frau sind "pikante Details" und "Seifenoper"
Screenshot Headline aus der Krone. "Pikante Details. Wie TV-Seifenoper: Warum ORF-General zurücktritt"
So ist eben Krone-Journalismus.
Mutmaßliche Übergriffe auf eine Frau sind "pikante Details" und "Seifenoper"
Die drei Texte wurden an unterschiedlichen Tagen, mit unterschiedlichen Titeln und Titelbildern veröffentlicht.
Für das Publikum ist das irreführend. Es entsteht der Eindruck, solche Fälle würden laufend vorkommen.
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Die Protagonistin Sabine G., in einem der drei Artikel auch Victoria K. genannt, beschwert sich darüber, dass in der Klasse ihrer Tochter „nur vier Kinder“ Deutsch konnten. Deswegen sei sie schließlich in eine Privatschule gewechselt. Die Artikel unterscheiden sich inhaltlich kaum.
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„Heute“ erzählt innerhalb einer Woche drei sehr ähnliche Geschichten. Die Botschaft ist dabei immer die gleiche: Mehr und mehr Schulkinder können kein Deutsch.
Wer diese Texte liest, bemerkt allerdings schnell: Es geht um einen einzigen Fall.
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Wie steht es um Argentiniens Wirtschaft unter Javier Milei? Die Antwort ist komplex, weil verschiedene Kennzahlen unterschiedliche Realitäten abbilden.
Im heutigen „Wochenfilter“ zeigen wir, wie Medien darüber oft verkürzt berichten.
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Ausschnitt aus der englischsprachigen Studie. Ein gelb markierter Absatz hebt hervor, dass die Forschung von Frauen ein vergleichbares erfinderisches Potenzial wie jene von Männern aufweist und dass die geringere Beteiligung an Patenten nicht auf fehlende relevante Forschungsergebnisse, sondern auf soziale, institutionelle und wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen ist.
Der geringe Frauenanteil liegt also mehr an strukturellen Problemen als an individuellen Talenten. Das halten auch die Studienautor:innen fest:
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Stattdessen: Patentstatistiken erfassen technologische Erfindungen – und Frauen sind in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen (MINT) unterrepräsentiert.
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Die Zahlen stammen aus einer Studie des Europäischen Patentamts. Dass Männer häufiger Patente anmelden, wird darin auch nicht mit mehr „Erfindergeist“ erklärt.
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Collage mehrerer österreichischer Online-Medien (Krone Zeitung, News, Salzburger Nachrichten) mit der identischen Überschrift „Erfindergeist ist in Österreich nur selten weiblich“. Das Wort „Erfindergeist“ ist jeweils rot durchgestrichen. Rechts steht „Quelle: APA“
Gemessen wurde nicht der „Erfindergeist“, sondern Patentanmeldungen. Aus Patentanmeldungen allein lässt sich aber noch kein „Erfindergeist“ ableiten. Was die zitierte Studie tatsächlich herausfand 👇
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Von dort flogen gestern aber zum Beispiel auch kommerzielle Maschinen nach Paris, München, Rom und Frankfurt – und zwar nicht für 20.000 Euro, sondern bereits ab 450 Euro.
Seit heute werden auch begrenzt wieder Flüge aus anderen Städten, u.a. Dubai, durchgeführt.
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Nur, wer 20.000 Euro hat, kommt raus aus der Golfregion? Das stimmt so nicht.
Der Flug, bei dem ein Sitzplatz angeblich 20.000 Euro kostete, ist ein russischer Privatflug, der am Montag von Maskat, Oman, nach Moskau flog.
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Wir haben diese Anstellung unseren knapp 700 zahlenden Kobuk-Mitgliedern zu verdanken: Ohne sie hätten wir schlicht keine Möglichkeit, unsere Ressourcen auszubauen. Vielen Dank an alle, die mit ihrer Mitgliedschaft Medienkritik möglich machen.
Gute Nachrichten aus der Redaktion: Das Kobuk-Team wächst ☺️
Sophie unterstützt uns ab sofort bei Social Media und Recherchen: herzlich willkommen!
Sophie schreibt gerade ihren Journalismus-Master und hat zuvor die Kobuk-Lehrveranstaltung von Yilmaz Gülüm besucht.
Wie authentisch die Berichte sind, lässt sich nicht überprüfen. Dafür sind diese Texte oft voller Stereotype (Männer = leistungsorientiert, Frauen = passiv, emotional) – und eine Einladung für sexistische Kommentare.
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Grafik mit der Überschrift „Kennt ihr schon den ‚Heute‘-Bumsjournalismus?“. Zu sehen sind drei Screenshot-Ausschnitte der Zeitung „Heute“ mit reißerischen Schlagzeilen über Sexualprobleme in Beziehungen, darunter „Ich schlafe mit meiner Ex-Freundin und ihrer Mutter“, „Meine Freundin liegt einfach nur da wie eine Puppe“ und „Ich kann mit meiner Freundin keinen Sex haben“. Die Bilder zeigen jeweils intime Szenen von Paaren im Bett.
Sex sells! Die Gratiszeitung „Heute“ hat ein neues Clickbait-Genre entdeckt: Sie schreibt kurze Einträge aus einer Kummerkastenrubrik des britischen „Daily Star“ ab - und macht daraus längere „journalistische“ Artikel. Die Texte bringen Aufmerksamkeit und Klicks.
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Liebe Medien, ist es so schwer? "Präventivschlag auf Iran" ist die Kriegsbegründung der Angreifer als Überschrift. Im Wort "präventiv" steckt die Rechtfertigung bereits drin. Journalismus wäre, genau das kenntlich zu machen (z.B. mit Anführungszeichen) oder zu hinterfragen, statt es zu übernehmen.
Thread 👇
Screenshot. "ÖAMTC will Radhighway am Ring Der ÖAMTC schlägt eine grundlegende Neuordnung der Wiener Ringstraße vor. Herzstück ist ein baulich getrennter Zwei-Richtungs-Radhighway. Autos sollen dennoch keine Fahrspuren verlieren. Der ÖAMTC hat am Donnerstag ein Konzept zur Neugestaltung der Wiener Ringstraße präsentiert. Unter dem Motto „Platz für alle am Ring“ schlägt der Mobilitätsclub eine konsequente Trennung von Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr vor. Kernstück ist ein baulich getrennter Zwei-Richtungs-Radweg an der Innenseite des Rings. Die rund fünf Kilometer lange Prachtstraße stehe durch Bevölkerungswachstum und steigenden Tourismus zunehmend unter Druck, hieß es. Ziel sei mehr Sicherheit und Qualität für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, ohne Fahrverbote oder Spurreduktionen für den Autoverkehr."
Der ÖAMTC präsentiert ein Verkehrskonzept für den Ring, das:
1. Den äußeren Ring-Radweg komplett streicht
2. Den Fußgängern das Flanieren auf der inneren Reiterallee nimmt
3. Alle KFZ-Fahrbahnen erhält
Und was macht ORF.at? Sie fallen auf das Autolobby-Framing "Platz für alle" herein.
Unfassbar.
Das Kanzleramt gibt heute eine Pressekonferenz zu einem Jahr Koalition und den nächsten Projekten der Regierung - nur für ausgewählte Medien.
Konkrete Kriterien dafür, wer eingeladen wird, kann man mir auf Nachfrage nicht nennen.
Pure Willkür.
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Wir lesen und rechnen nach, damit ihr das nicht tun müsst. Wer uns dabei unterstützen will, kann schon ab 3 Euro monatlich Kobuk-Mitglied werden: www.kobuk.at/unterst... ❤️
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Rechnerisch verbleibt damit eine Restmenge von rund 2 Millionen Impfdosen.
Das Gesundheitsministerium erklärt die Differenz mit möglichen Impfungen ohne e-Impfpass-Eintrag sowie mit Restbeständen bzw. Entsorgung in Spitälern, Impfstellen, Ordinationen etc., die nicht zentral erfasst werden.
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Was man dort tatsächlich herauslesen kann:
👉 61,8 Mio. wurden geliefert
👉 21,9 Mio. wurden als Impfungen im e-Impfpass dokumentiert
👉 9,8 Mio. gingen als Spenden ins Ausland
👉 26,6 Mio. wurden vernichtet
👉 1,5 Mio. lagern bei einem Großhändler
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Was die Berichte sagen: Von insgesamt 61,8 Millionen gelieferten Covid-Impfdosen soll der Verbleib von 11,8 Millionen unklar sein. Das würde aus einer Anfragebeantwortung des Gesundheitsministeriums hervorgehen.
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Grafik mit übereinandergelegten Screenshots von Schlagzeilen der Zeitungen „Heute“ und „Die Presse“. „Heute“ titelt: „Von fast 12 Millionen Covid-Impfdosen fehlt jede Spur“, wobei die Worte „fehlt jede Spur“ gelb markiert sind. „Die Presse“ titelt: „Ministerin kann nicht genau sagen, was mit 12 Millionen Corona-Impfdosen passiert ist“, ebenfalls gelb markiert. Über beide Schlagzeilen ist diagonal ein orangefarbener Balken mit der weißen Aufschrift „IRREFÜHREND!“ gelegt.
Sind knapp 12 Millionen Covid-Impfdosen unauffindbar, wie „Heute“ und „Presse“ schreiben?
Nein. Die Zahl ist deutlich kleiner und erklärbar 👇
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Hoffentlich wird diese Bitte auch in Redaktionen gelesen.
Zur Schmerzensgeld-Kassa geht’s übrigens hier: www.kobuk.at/unterstuetzen
Ihr könnt dort einmalig spenden oder uns dauerhauft mit einer Mitgliedschaft unterstützen – schon ab 3 Euro monatlich!
Screenshot einer Buchung: Buchungs-Details: Einmalspende Schmerzengeld f. Fellner Beobachtung
Ein Kobuk-Fan hat uns „Schmerzensgeld für Fellner-Beobachtung” überwiesen. Vielen Dank für diese Anteilnahme und Unterstützung!
Erst erklärt die Moderatorin, dass Fake-Videos von ICE-Einsätzen kursieren – und dann sendet das „heute journal“ selbst eins. Als das auffällt, versucht sich der Sender mit einer Falschbehauptung rauszureden. Ein Desaster. (€) uebermedien.de/114229/die-f...