Jan Karon von NIUS auf X:
Man stelle sich vor: Man interviewt einen Abschiebepolizisten – also jemanden, der tagtäglich mit ausreisepflichtigen Migranten zu tun hat – und der im Interview über seinen Berufsalltag spricht. Er sagt, er »habe selten brutalere und gewaltbereitere Menschen« erlebt als Somalier. Angesprochen auf »Ausländerkriminalität« sagt er, vielen fehle das Unrechtsbewusstsein: »Diese Menschen sind bereit, für geringste Sachwerte andere Leute umzubringen, weil sie es einfach nicht anders kennengelernt haben.« Auf die Frage, welche Nationalitäten »für die meisten Probleme sorgen«, nennt der Polizist neben Somaliern auch Afghanen, Syrer, Kongolesen, Nigerianer, Marokkaner, Algerier und Iraker. Ghanaer hingegen seien relativ umgänglich. Das Stück ist keine Recherche, kein Longread, keine Reportage, sondern einfach ein Interview, das Einblick in einen Berufsalltag gibt, der tagtäglich Umgang mit zugewanderten und ausreisepflichtigen Personen hat.
Dann kommt das linke Medienportal
@uebermedien
und nimmt genau die Äußerungen oben, um zu dem Schluss zu kommen: »Noch offensichtlicher kann Rassismus nicht daherkommen.« Oder: »Das Berliner Online-Medium „Nius“ hetzt gegen Ausländer. Nicht subtil, sondern ganz direkt.« Oder: »Offensichtlich verstößt der Beitrag gegen einen journalistischen Grundsatz: das Diskriminierungsverbot.«
Zwar gesteht die völlig verblendete Autorin, dass ansonsten eigentlich so gut wie nichts auszusetzen sei – und Einblicke in den Berufsalltag oder Anonymisierung völlig legitim seien und auch anderswo vorkommen –, aber die harmlosen Aussagen des Polizisten, die sich mit dem Erfahrungshorizont von vielen Polizisten und Beamten decken, sind jetzt hinreichender Beleg für offensichtlichen Rassismus.
Das, liebe Kinder, ist der Grund, weshalb der Rassismusvorwurf inzwischen nichts mehr wert ist; weshalb sehr viele Sicherheitsbeamte unsere Arbeit schätzen; und, ganz nebenbei, weshalb es nicht braucht, den Pressekodex zu unterzeichnen.
Auf X hat Jan #Karon von #NIUS gerade Schnappatmung, geht ad hominem - und lehnt, passend zu seinem Arbeitgeber, den Pressekodex ab.
Alles richtig gemacht, @wortschneiderei.bsky.social :)