Die erste Darstellung zeigt den Einband der „Schedel’schen Weltchronik“ in Form eines blindgeprägten Schweinsledereinbandes, der sich über starke Holzdeckel spannt und mehrfache Rollenprägungen sowie ein rautenförmiges Mittelfeld aus Streicheisenlinien als Zierelemente aufweist. Die einstigen Messing-Buckelbeschläge und -schließen sind nur noch durch ihre hinterlassenen Abdrücke zu erahnen.
Titelseiten im modernen Sinne waren im 15. Jahrhundert noch nicht etabliert. Sohin entbehrt die „Schedelsche Weltchronik“ eines ihm spezifischen Titels. Die erste gedruckte Seite des Buches ist als Vorläufer zum Titelblatt mit großen, kunstvoll verzierten Buchstaben gestaltet. Auf ihr findet man eine Ankündigung des folgenden Registers, wie die beigefügte Aufnahme zeigt, sowie einen beschreibenden Verweis auf das Buch. Der xylographische Wortlaut heißt „Register Des buchs der Croniken und geschichten – mit figuren und pildnüssen von anbeginn der welt bis auf dise unsere Zeit“.
#OTD 1440: In Erinnerung an den 585. Geburtstag von Hartmann #Schedel - Arzt, Humanist und Historiker, der die „Schedel’sche Weltchronik“ bzw. „Nürnberger Weltchronik“ (1493) schuf.